Mit­tä­ter­schaft beim räu­be­ris­hen Dieb­stahl

Nach all­ge­mei­ner Ansicht kann – bei Unter­schie­den im Ein­zel­nen 1Täter des § 252 StGB nicht der­je­ni­ge sein, der weder selbst im Besitz der ent­wen­de­ten Sache ist 2, noch am Dieb­stahl mit­tä­ter­schaft­lich betei­ligt war.

Mit­tä­ter­schaft beim räu­be­ris­hen Dieb­stahl

Dies folgt aus der von § 252 StGB ver­lang­ten Besit­zer­hal­tungs­ab­sicht.

Die Ein­fü­gung der Dritt­zu­eig­nungs­ab­sicht durch das 6. Straf­rechts­re­form­ge­setz vom 26.01.1998 3 hat zwar den Anwen­dungs­be­reich der Mit­tä­ter­schaft aus­ge­dehnt, die all­ge­mei­nen Abgren­zungs­kri­te­ri­en zwi­schen Täter­schaft und Teil­nah­me in die­sem Bereich jedoch nicht außer Kraft gesetzt. Vor­aus­set­zung ist wei­ter­hin die gemein­sa­me Beherr­schung des Tat­ge­sche­hens auf­grund eines gemein­sa­men Tatent­schlus­ses 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Sep­tem­ber 2014 – 3 StR 373/​14

  1. umfas­send Wei­gend, GA 2007, 274[][]
  2. vgl. zum Gehil­fen BGH, Urteil vom 08.07.1954 – 4 StR 350/​54, BGHSt 6, 248, 250; hier­ge­gen LK/​Vogel, StGB, 12. Aufl., § 252 Rn. 14 ff.[]
  3. BGBl. I S. 164[]
  4. Wei­gend aaO, 281[]