Mit­tä­ter­schaft – und die Kennt­nis von der Tat

Mit­tä­ter­schaft erfor­dert zwar nicht zwin­gend eine Mit­wir­kung am Kern­ge­sche­hen selbst; aus­rei­chen kann auch ein die Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung för­dern­der Bei­trag, der sich auf eine Vor­be­rei­tungs- oder Unter­stüt­zungs­hand­lung beschränkt.

Mit­tä­ter­schaft – und die Kennt­nis von der Tat

Stets muss sich die­se Mit­wir­kung aber nach der Wil­lens­rich­tung des sich Betei­li­gen­den als Teil der Tätig­keit aller dar­stel­len.

Ob danach Mit­tä­ter­schaft anzu­neh­men ist, hat das Tat­ge­richt auf­grund einer wer­ten­den Gesamt­be­trach­tung aller fest­ge­stell­ten Umstän­de zu prü­fen; maß­geb­li­che Kri­te­ri­en sind der Grad des eige­nen Inter­es­ses an der Tat, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Tat­herr­schaft oder wenigs­tens der Wil­le dazu, so dass die Durch­füh­rung und der Aus­gang der Tat maß­geb­lich auch vom Wil­len des Betref­fen­den abhän­gen 1.

Eine vor­he­ri­ge Kennt­nis kann eine Mit­tä­ter­schaft für sich genom­men jeden­falls nicht begrün­den 2.

Auch das Inter­es­se, die hälf­ti­ge Mari­hua­na-Ern­te zum Eigen­kon­sum behal­ten zu dür­fen, kann nicht ohne Wei­te­res auch sein Inter­es­se am Gelin­gen des gewinn­brin­gen­den Ver­kaufs des ande­ren Teils begrün­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Dezem­ber 2015 – 2 StR 258/​15

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 29.09.2015 – 3 StR 336/​15, NStZ-RR 2016, 6, 7 mwN[]
  2. vgl. Münch­Komm-StG­B/Jo­ecks, 2. Aufl., § 25 Rn. 17 ff.[]