Mit­tä­ter­schaft – und die wer­ten­de Betrach­tung

Mit­tä­ter ist, wer nicht nur frem­des Tun för­dert, son­dern einen eige­nen Tat­bei­trag der­art in eine gemein­schaft­li­che Tat ein­fügt, dass sein Bei­trag als Teil der Tätig­keit des ande­ren und umge­kehrt des­sen Tun als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils erscheint.

Mit­tä­ter­schaft – und die wer­ten­de Betrach­tung

Ob ein Betei­lig­ter ein so enges Ver­hält­nis zur Tat hat, ist nach den gesam­ten Umstän­den, die von sei­ner Vor­stel­lung umfasst sind, in wer­ten­der Betrach­tung zu beur­tei­len.

Wesent­li­che Anhalts­punk­te kön­nen sein 1

Bei Betei­li­gung meh­re­rer Per­so­nen, von denen nicht jede sämt­li­che Tat­be­stands­merk­ma­le ver­wirk­licht, ist Mit­tä­ter, wer sei­nen eige­nen Tat­bei­trag so in die Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Han­deln als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erscheint. Stets muss sich die­se Mit­wir­kung aber nach der Wil­lens­rich­tung des sich Betei­li­gen­den als Teil der Tätig­keit aller dar­stel­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2016 – 1 StR 94/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 30.06.2005 – 5 StR 12/​05, NStZ 2006, 44; vom 15.01.1991 – 5 StR 492/​90, BGHSt 37, 289, 291; vom 09.04.2013 – 1 StR 586/​12, BGHSt 58, 218, 226 Rn. 43; und vom 07.10.2014 – 1 StR 182/​14, NStZ-RR 2015, 284, 285 jeweils mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 29.09.2015 – 3 StR 336/​15, NStZ-RR 2016, 6 f.; vom 04.02.2016 – 1 StR 344/​15, NStZ-RR 2016, 136 f.; und vom 02.07.2008 – 1 StR 174/​08, NStZ 2009, 25, 26; BGH, Urteil vom 17.10.2002 – 3 StR 153/​02, NStZ 2003, 253, 254[]