Ne bis in idem

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof hat sei­ne Recht­spre­chung zu dem in Arti­kel 54 des Über­ein­kom­mens zur Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens von Schen­gen (SDÜ) ver­an­ker­ten Grund­satz ne bis in idem fort­ge­führt. Das Gericht hat ent­schie­den, dass der Grund­satz auch auf die Ent­schei­dung des Gerichts eines Mit­glied­staats Anwen­dung fin­det, mit der ein Ange­klag­ter rechts­kräf­tig wegen Ver­jäh­rung der Straf­tat frei­ge­spro­chen wur­de. Dem ste­he nicht ent­ge­gen, dass die natio­na­len Ver­jäh­rungs­re­ge­lun­gen nicht har­mo­ni­siert sei­en.

Ne bis in idem

Die Anwen­dung von Art. 54 SDÜ kön­ne von der Har­mo­ni­sie­rung oder Anglei­chung der mit­glied­staat­li­chen Straf­vor­schrif­ten nicht abhän­gig gemacht wer­den. Der EuGH hat­te in der Rs. Van Straa­ten (C‑150/​05) bereits ent­schie­den, dass Art. 54 SDÜ nicht nur auf Urtei­le, die eine Ver­ur­tei­lung aus­spre­chen, anwend­bar ist, son­dern auch auf Urtei­le, mit denen ein Ange­klag­ter aus Man­gel an Bewei­sen rechts­kräf­tig frei­ge­spro­chen wird.

EuGH, Urteil vom 28. Sep­tem­ber 2006 – C‑467/​04 (i.S. Gas­pa­ri)