Neu abzu­ur­tei­len­de Taten – zwi­schen zwei Vor­ver­ur­tei­lun­gen

Wur­den die neu abzu­ur­tei­len­den Taten zwi­schen zwei Vor­ver­ur­tei­lun­gen began­gen, die ihrer­seits nach der Rege­lung des § 55 StGB gesamt­stra­fen­fä­hig sind, darf aus den Stra­fen für die neu abge­ur­teil­ten Taten und der Stra­fe aus der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kei­ne Gesamt­stra­fe gebil­det wer­den.

Neu abzu­ur­tei­len­de Taten – zwi­schen zwei Vor­ver­ur­tei­lun­gen

Der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kommt in Fäl­len, in denen die Taten bereits in einem frü­he­ren Urteil hät­ten geahn­det wer­den kön­nen, gesamt­stra­fen­recht­lich kei­ne eigen­stän­di­ge Bedeu­tung zu 1.

Dies gilt unab­hän­gig davon, ob eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fe tat­säch­lich gebil­det wor­den ist oder im Ver­fah­ren nach § 460 StPO noch nach­ge­holt wer­den kann.

Eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung schei­det danach, wenn die ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen bei­den ers­ten Taten zwi­schen zwei ihrer­seits gesamt­stra­fen­fä­hi­gen Vor­ver­ur­tei­lun­gen began­gen wor­den sind, aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2016 – 2 StR 204/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 08.06.2016 – 4 StR 73/​16, NStZ-RR 2016, 275, 276; und vom 21.07.2009 – 5 StR 269/​09[]