Nut­zung gestoh­le­ner amt­li­cher Kenn­zei­chen

Der Dieb­stahl der bei­den Kenn­zei­chen und deren zeit­na­hes Anbrin­gen an eige­nen Fahr­zeu­gen kön­nen jeweils eine natür­li­che Hand­lungs­ein­heit dar­stel­len 1.

Nut­zung gestoh­le­ner amt­li­cher Kenn­zei­chen

Hat der Täter schon beim Anbrin­gen der gestoh­le­nen amt­li­chen Kenn­zei­chen den Vor­satz, das Fahr­zeug im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr zu nut­zen, stel­len der – gege­be­nen­falls mehr­fa­che – Gebrauch der unech­ten zusam­men­ge­setz­ten Urkun­de sowie ihre Her­stel­lung eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit und damit nur eine Urkun­den­fäl­schung dar 2.

Das jeweils tat­ein­heit­li­che Zusam­men­tref­fen wei­te­rer, auf der Fahrt began­ge­ner Delik­te mit der ein­heit­li­chen Urkun­den­fäl­schung hat zur Fol­ge, dass sämt­li­che Geset­zes­ver­stö­ße zu einer Tat im mate­ri­ell­recht­li­chen Sin­ne ver­klam­mert wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Febru­ar 2017 – 4 StR 629/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.05.2014 – 4 StR 95/​14, wis­tra 2014, 349; vom 21.05.2015 – 4 StR 164/​15, DAR 2015, 702; und vom 26.10.2016 – 4 StR 354/​16, NStZ-RR 2017, 26, 27[]
  3. BGH, Beschlüs­se vom 07.05.2014; und vom 21.05.2015, aaO, sowie vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871[]