Nutzung gestohlener amtlicher Kennzeichen

20. März 2017 | Strafrecht
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Der Diebstahl der beiden Kennzeichen und deren zeitnahes Anbringen an eigenen Fahrzeugen können jeweils eine natürliche Handlungseinheit darstellen1.

Hat der Täter schon beim Anbringen der gestohlenen amtlichen Kennzeichen den Vorsatz, das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu nutzen, stellen der – gegebenenfalls mehrfache – Gebrauch der unechten zusammengesetzten Urkunde sowie ihre Herstellung eine tatbestandliche Handlungseinheit und damit nur eine Urkundenfälschung dar2.

Das jeweils tateinheitliche Zusammentreffen weiterer, auf der Fahrt begangener Delikte mit der einheitlichen Urkundenfälschung hat zur Folge, dass sämtliche Gesetzesverstöße zu einer Tat im materiellrechtlichen Sinne verklammert werden3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 15. Februar 2017 – 4 StR 629/16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/13, NJW 2014, 871
  2. vgl. BGH, Beschlüsse vom 07.05.2014 – 4 StR 95/14, wistra 2014, 349; vom 21.05.2015 – 4 StR 164/15, DAR 2015, 702; und vom 26.10.2016 – 4 StR 354/16, NStZ-RR 2017, 26, 27
  3. BGH, Beschlüsse vom 07.05.2014; und vom 21.05.2015, aaO, sowie vom 28.01.2014 – 4 StR 528/13, NJW 2014, 871

 
Weiterlesen auf der Rechtslupe

Weiterlesen auf der Rechtslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel: , , ,
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Strafrecht

 

Zum Seitenanfang