Para­noi­de Schi­zo­phre­nie – und die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus nach § 63 StGB darf nur ange­ord­net wer­den, wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass der Unter­zu­brin­gen­de bei der Bege­hung der Anlas­s­ta­ten auf­grund eines psy­chi­schen Defek­tes schuld­un­fä­hig oder ver­min­dert schuld­fä­hig war und die Tat­be­ge­hung hier­auf beruht1.

Para­noi­de Schi­zo­phre­nie – und die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Allein die Dia­gno­se einer (para­noi­den) Schi­zo­phre­nie führt für sich genom­men nicht zur Fest­stel­lung einer gene­rel­len oder zumin­dest län­ge­re Zeit­räu­me über­dau­ern­den gesi­cher­ten Beein­träch­ti­gung bzw. Auf­he­bung der Schuld­fä­hig­keit2.

Erfor­der­lich ist stets die kon­kre­ti­sie­ren­de Dar­le­gung, in wel­cher Wei­se sich die fest­ge­stell­te Stö­rung bei Bege­hung der Taten auf die Ein­sichts- oder Steue­rungs­fä­hig­keit aus­ge­wirkt hat3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. März 2015 – 2 StR 37/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.01.2015 – 4 StR 514/​14; und vom 08.04.2003 – 3 StR 79/​03, NStZ-RR 2003, 232 []
  2. vgl. auch BGH, Beschlüs­se vom 13.08.2013 – 2 StR 128/​13, NStZ-RR 2013, 368, 369; und vom 29.05.2012 – 2 StR 139/​12, NStZ-RR 2012, 306, 307 mwN []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 19.12 2012 – 4 StR 417/​12, NStZ-RR 2013, 145, 146 mwN []