Par­tei­ver­rat – und der Täter-Opfer-Aus­gleich

Im Rah­men der Straf­zu­mes­sung wegen eines Par­tei­ver­rats ist ein Täter-Opfer-Aus­gleich nicht zu berück­sich­ti­gen.

Par­tei­ver­rat – und der Täter-Opfer-Aus­gleich

Die Rege­lung des § 46a Nr. 1 StGB zum Täter-Opfer-Aus­gleich fin­det nach der vom Bun­des­ge­richts­hof zur Unan­wend­bar­keit die­ser Vor­schrift auf „opfer­lo­se“ Delik­te ent­wi­ckel­ten Recht­spre­chung [1] auf Taten nach § 356 StGB kei­ne Anwen­dung.

Denn die Straf­vor­schrift des Par­tei­ver­rats schützt kei­ne Indi­vi­du­al­rechts­gü­ter, son­dern das Ver­trau­en der All­ge­mein­heit in die Zuver­läs­sig­keit und Inte­gri­tät der Anwaltund Rechts­bei­stand­schaft [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Juli 2020 – 4 StR 611/​19

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.12.2014 ? 4 StR 213/​14, BGHSt 60, 84; Schnei­der in LKS­tGB, 13. Aufl., § 46a Rn. 12 ff.[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 21.07.1999 ? 2 StR 24/​99, BGHSt 45, 148, 153; vom 24.06.1960 – 2 StR 621/​59, BGHSt 15, 332, 336; BVerfG, NJW 2001, 3180, 3181; Han­sOLG Ham­burg, StV 2017, 184[]