Pflicht­ver­tei­di­ger – und die von einem ande­ren Rechts­an­walt unter­zeich­ne­te Revi­si­ons­be­grün­dung

Die Revi­si­on der Ange­klag­ten ist unzu­läs­sig, wenn sie nicht form­ge­recht im Sin­ne des § 345 Abs. 2 StPO begrün­det wor­den ist.

Pflicht­ver­tei­di­ger – und die von einem ande­ren Rechts­an­walt unter­zeich­ne­te Revi­si­ons­be­grün­dung

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Revi­si­ons­be­grün­dungs­schrift ist ent­ge­gen die­ser Vor­schrift nicht von ihrem Pflicht­ver­tei­di­ger selbst, son­dern "pro absen­te und in Voll­macht" für den "nach Dik­tat ver­reis­ten" Pflicht­ver­tei­di­ger von einem von ihm bevoll­mäch­tig­ten ande­ren Rechts­an­walt unter­zeich­net wor­den; auf die­sen konn­te der Pflicht­ver­tei­di­ger der Ange­klag­ten sei­ne Befug­nis­se indes nicht wirk­sam über­tra­gen [1].

Anhalts­punk­te, dass der Unter­zeich­ner als all­ge­mei­ner Ver­tre­ter des Pflicht­ver­tei­di­gers gemäß § 53 Abs. 2 BRAO tätig gewor­den ist, waren im hier ent­schie­de­nen Fall nicht ersicht­lich [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Janu­ar 2020 – 4 StR 279/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.12 2011 – 4 StR 430/​11, NStZ 2012, 276 f.; vom 16.12 1994 – 2 StR 461/​94, NStZ 1995, 356 f.; MeyerGoßner/​Schmitt, StPO, 62. Aufl., § 345 Rn. 12[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 21.02.2017 – 3 StR 554/​16, NStZ-RR 2017, 186; vom 05.10.2016 – 3 StR 268/​16, juris; KKStPO/​Gericke, 8. Aufl., § 345 Rn. 11 mwN[]