Pornographische Schriften – und der Kindesmissbrauch

Pornographische Darstellungen im Sinne des § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB sind sol­che, die sexu­el­les Verhalten unter weit­ge­hen­der Ausklammerung emo­tio­nal­in­di­vi­dua­li­sier­ter Bezüge ver­grö­bernd dar­stel­len, die den Menschen zum blo­ßen (aus­wech­sel­ba­ren) Objekt geschlecht­li­cher Begierde oder Betätigung machen 1.

Pornographische Schriften – und der Kindesmissbrauch

Zwar haben die Bilder, die ein Geschlechtsteil zei­gen, einen sexu­el­len Inhalt. Dies reicht für die Annahme einer por­no­gra­phi­schen Schrift aber nicht aus, sofern kei­ne sexu­el­le Handlungen auf den Bildern zu erken­nen sind.

Einwirken im Sinne des § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB bedeu­tet eine psy­chi­sche Einflussnahme tie­fer­ge­hen­der Art auf das Kind 2, die beim blo­ßen Vorzeigen eines por­no­gra­phi­schen Bildes in aller Regel nicht vor­liegt 3. Erforderlich ist viel­mehr, dass der Täter über die rei­ne Übersendung des Bildes hin­aus wei­te­re Handlungen zur Einwirkung auf das Kind vor­nimmt.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 20. September 2018 – 1 StR 190/​18

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 20.10.2011 – 2 StR 344/​11 3
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 22.06.2010 – 3 StR 177/​10 4 mwN
  3. BGH, Beschluss vom 22.01.2015 – 3 StR 490/​14 6