Pro­zess­kos­ten­hil­fe in der Rechts­mit­tel­in­stanz – und die Erklä­rung über die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe erfolgt für jeden Rechts­zug geson­dert (§ 404 Abs. 5 StPO, § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO); dies erfor­dert in jeder Instanz erneut die Prü­fung und des­halb die Dar­le­gung der wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se des Antrag­stel­lers, der sich inso­weit grund­sätz­lich des vor­ge­schrie­be­nen Vor­drucks, § 117 Abs. 4 ZPO, zu bedie­nen hat.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe in der Rechts­mit­tel­in­stanz – und die Erklä­rung über die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se

Zwar kann eine Bezug­nah­me auf die vor dem Land­ge­richt dar­ge­leg­ten wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ver­bun­den mit der Ver­si­che­rung, dass sich die Ver­hält­nis­se nicht ver­än­dert haben, aus­rei­chen1.

Allein der Hin­weis auf den Pro­zess­kos­ten­hil­fe bewil­li­gen­den Beschluss des Land­ge­richts, dem ein sei­ner­zeit aktu­el­ler Bescheid über die Gewäh­rung von Leis­tun­gen nach SGB XII und die sei­ner­zei­ti­ge Erklä­rung über die wirt­schaft­li­chen und per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se zu Grun­de liegt, genügt nicht. Der Antrag auf Gewäh­rung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe löst auch kei­ne Ver­pflich­tung des Revi­si­ons­ge­richts aus, die – aktu­el­len – wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se zu ermit­teln2.

Das Erfor­der­nis der Dar­le­gung ergibt sich aus dem Gesetz, eines Hin­wei­ses auf die­se Sach­la­ge und eines Zuwar­tens mit der Ent­schei­dung bedurf­te es nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2018 – 5 StR 347/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 17.12 2008 – 2 StR 563/​08, NStZ-RR 2009, 190
  2. BGH, Beschluss vom 05.09.2017 – 5 StR 271/​17