Quä­len, rohes Miss­han­deln – und die Miss­hand­lung Schut­be­foh­le­ner

Das Quä­len, das rohe Miss­han­deln und die bös­wil­li­ge Für­sor­ge­pflicht­ver­let­zung sind selb­stän­di­ge Bege­hungs­for­men der Miss­hand­lung Schutz­be­foh­le­ner gemäß § 225 Abs. 1 StGB.

Quä­len, rohes Miss­han­deln – und die Miss­hand­lung Schut­be­foh­le­ner

Quä­len im Sin­ne die­ser Vor­schrift bedeu­tet das Ver­ur­sa­chen län­ger dau­ern­der oder sich wie­der­ho­len­der (erheb­li­cher) Schmer­zen oder Lei­den kör­per­li­cher oder see­li­scher Art.

Meh­re­re Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen, die für sich genom­men noch nicht den Tat­be­stand des § 225 Abs. 1 StGB erfül­len, kön­nen als ein Quä­len zu beur­tei­len sein, wenn die stän­di­ge Wie­der­ho­lung den gegen­über § 223 StGB gestei­ger­ten Unrechts­ge­halt aus­macht.

Rohes Miss­han­deln im Sin­ne des § 225 Abs. 1 StGB liegt dage­gen vor, wenn der Täter einem ande­ren eine Kör­per­ver­let­zung aus gefühl­lo­ser Gesin­nung zufügt, die sich in erheb­li­chen Hand­lungs­fol­gen äußert 1.

Anders als das Quä­len bezieht sich die­se Tatal­ter­na­ti­ve des § 225 Abs. 1 StGB auf ein ein­zel­nes Kör­per­ver­let­zungs­ge­sche­hen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Janu­ar 2016 – 4 StR 511/​15

  1. zum Gan­zen: BGH, Urteil vom 23.07.2015 – 3 StR 633/​14, NStZ-RR 2015, 369, 370 f.; Beschluss vom 25.02.2015 – 4 StR 11/​15 jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 25.02.2015 – 4 StR 11/​15 mwN[]