Räu­be­ri­sche Erpres­sung – und die Aus­nut­zung der Zwangs­la­ge

Zwi­schen der Bemäch­ti­gungs­la­ge und der beab­sich­tig­ten Erpres­sung muss ein funk­tio­na­ler und zeit­li­cher Zusam­men­hang in der Wei­se bestehen, dass der Täter das Opfer (oder einen Drit­ten) wäh­rend der Dau­er der Zwangs­la­ge erpres­sen will.

Räu­be­ri­sche Erpres­sung – und die Aus­nut­zung der Zwangs­la­ge

Denn der Zweck der Rege­lung des § 239a StGB besteht gera­de dar­in, das Ent­füh­ren oder Sich­be­mäch­ti­gen des­halb beson­ders unter Stra­fe zu stel­len, weil der Täter sei­ne Dro­hung wäh­rend der Dau­er der Zwangs­la­ge jeder­zeit rea­li­sie­ren kann und das Opfer aus Sor­ge um sein Wohl die erstreb­te Ver­mö­gens­ver­fü­gung noch wäh­rend des Bestehens der Bemäch­ti­gungs­la­ge vor­neh­men wird 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. April 2016 – 3 StR 550/​15

  1. BGH, Beschlüs­se vom 28.11.1995 – 4 StR 641/​95, BGHR StGB § 239a Abs. 1 Sich­be­mäch­ti­gen 5; vom 19.06.2007 – 3 StR 124/​07, Stra­Fo 2007, 429 mwN[]