Räu­be­ri­sche Erpres­sung – und die kon­klu­den­te Dro­hung

Die räu­be­ri­sche Erpres­sung erfor­dert eben­so wie der Raub einen fina­len Zusam­men­hang zwi­schen dem Nöti­gungs­mit­tel und der von dem Opfer vor­zu­neh­men­den ver­mö­gens­schä­di­gen­den Hand­lung.

Räu­be­ri­sche Erpres­sung – und die kon­klu­den­te Dro­hung

Eine kon­klu­den­te Dro­hung genügt; sie kann sich grund­sätz­lich auch dar­aus erge­ben, dass der Täter dem Opfer durch sein Ver­hal­ten zu ver­ste­hen gibt, er wer­de zuvor zu ande­ren Zwe­cken ange­wen­de­te Gewalt nun­mehr zur Erzwin­gung der jetzt erstreb­ten ver­mö­gens­schä­di­gen­den Hand­lung des Opfers fort­set­zen oder wie­der­ho­len.

Das blo­ße Aus­nut­zen der Angst des Opfers vor erneu­ter Gewalt­an­wen­dung ent­hält dage­gen für sich genom­men noch kei­ne Dro­hung. Erfor­der­lich hier­für ist viel­mehr, dass der Täter die Gefahr für Leib oder Leben deut­lich in Aus­sicht stellt, sie also durch ein bestimm­tes Ver­hal­ten genü­gend erkenn­bar macht, mit­hin die Nöti­gungs­la­ge durch ein im Urteil geson­dert fest­zu­stel­len­des Ver­hal­ten aktua­li­siert auf­recht erhält1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. März 2019 – 2 StR 465/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 20.09.2016 – 3 StR 174/​16, NStZ 2017, 92, 93; und vom 25.02.2014 – 4 StR 544/​13, NStZ 2014, 269, 270 mit Anm. Krehl