Raub mit K.O.-Tablette

Der Ein­satz einer K.O.-Tablette erfüllt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht den Tat­be­stand des beson­ders schwe­ren Rau­bes son­dern ledig­lich den Tat­be­stand des § 250 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b StGB.

Raub mit K.O.-Tablette

Danach ist ein nar­ko­ti­sie­ren­des Mit­tel – selbst wenn es zu einer vor­über­ge­hen­den Bewusst­lo­sig­keit führt – kein gefähr­li­ches Werk­zeug im Sin­ne des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB 1.

Dies könn­te zwar jeden­falls dann anders zu beur­teil­ten sein, wenn das Ver­ab­rei­chen des K.O.-Mittels etwa auf­grund sei­ner Zusam­men­set­zung zu erheb­li­chen Gesund­heits­ri­si­ken für das Opfer füh­ren wür­de. Jedoch war im vor­lie­gen­den Fall die Beschaf­fen­heit der K.O.-Tablette weder fest­ge­stellt noch sind dies­be­züg­li­che Fest­stel­lun­gen nach einer neu­en Haupt­ver­hand­lung zu erwar­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. März 2018 – 2 StR 65/​18

  1. so BGH, Beschluss vom 27.01.2009 – 4 StR 473/​08, NStZ 2009, 505 mit krit. Anm. Bosch, JA 2009, 737[]