Raub mit Todes­fol­ge – und die Fra­ge der leicht­fer­ti­gen Han­delns

Leicht­fer­tig ist ein Ver­hal­ten, das bezo­gen auf den Todes­ein­tritt einen erhöh­ten Grad von Fahr­läs­sig­keit auf­weist; leicht­fer­tig han­delt hier­nach, wer die sich ihm auf­drän­gen­de Mög­lich­keit eines töd­li­chen Ver­laufs aus beson­de­rem Leicht­sinn oder beson­de­rer Gleich­gül­tig­keit außer Acht lässt 1.

Raub mit Todes­fol­ge – und die Fra­ge der leicht­fer­ti­gen Han­delns

Das Gewicht der Fahr­läs­sig­keit hängt dabei nicht nur vom Umfang der Tat­sa­chen­kennt­nis, son­dern auch vom Grad der Ver­meid­bar­keit ab, also inwie­weit sich die Gefahr des Erfolgs­ein­tritts nament­lich wegen der beson­de­ren Gege­ben­hei­ten der Opfer­si­tua­ti­on auf­drän­gen muss­te; dem­ge­mäß kann unbe­wuss­te Fahr­läs­sig­keit genü­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Juni 2015 – 5 StR 628/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.11.1984 – 2 StR 257/​84, BGHSt 33, 66, 67; s. auch BGH, Beschluss vom 20.10.1992 – GSSt 1/​92, BGHSt 39, 100, 104; Vogel in LK-StGB, 12. Aufl., § 251 Rn. 9; San­der in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 251 Rn. 12; Sinn in SK-StGB, 8. Aufl., § 251 Rn. 16[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 10.11.1999 – 3 StR 331/​99, BGHR StGB § 251 Leicht­fer­tig­keit 1; San­der, aaO; Eser/​Bosch in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 251 Rn. 6[]