Raub – und die fina­le Ver­knüp­fung zwi­schen Gewalt und Weg­nah­me

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss zwi­schen der Dro­hung oder dem Ein­satz von Gewalt und der Weg­nah­me beim Raub eine fina­le Ver­knüp­fung bestehen; Gewalt oder Dro­hung müs­sen das Mit­tel zur Ermög­li­chung der Weg­nah­me sein.

Raub – und die fina­le Ver­knüp­fung zwi­schen Gewalt und Weg­nah­me

An einer sol­chen Ver­knüp­fung fehlt es, wenn eine Nöti­gungs­hand­lung nicht zum Zwe­cke der Weg­nah­me vor­ge­nom­men wird, son­dern der Täter den Ent­schluss zur Weg­nah­me erst nach Abschluss die­ser Hand­lung fasst 1.

Allein der Umstand, dass die Wir­kun­gen eines ohne Weg­nah­me­ab­sicht ein­ge­setz­ten Nöti­gungs­mit­tels noch andau­ern und der Täter dies aus­nutzt, genügt für die Annah­me eines Rau­bes nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Juli 2015 – 2 StR 134/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.02.2014 – 5 StR 41/​14, NStZ 2015, 156, 157; Beschluss vom 21.10.2014 – 4 StR 363/​14; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 249 Rn. 6 ff. jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 18.02.2014 – 5 StR 41/​14, NStZ 2015, 156, 157 mwN[]