Raub – und die fina­le Ver­knüp­fung zwi­schen Gewalt und Weg­nah­me

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss zwi­schen der Dro­hung mit oder dem Ein­satz von Gewalt und der Weg­nah­me beim Raub eine fina­le Ver­knüp­fung bestehen; Gewalt oder Dro­hung müs­sen das Mit­tel zur Ermög­li­chung der Weg­nah­me sein.

Raub – und die fina­le Ver­knüp­fung zwi­schen Gewalt und Weg­nah­me

An einer sol­chen Ver­knüp­fung fehlt es, wenn eine Nöti­gungs­hand­lung nicht zum Zwe­cke der Weg­nah­me vor­ge­nom­men wird, son­dern der Täter den Ent­schluss zur Weg­nah­me erst nach Abschluss die­ser Hand­lung fasst 1.

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Hier hat­te der Ange­klag­te bereits vor sei­ner nur auf die Erlan­gung der Tasche gerich­te­ten Gewalt­dro­hung bewirkt, dass der ein­ge­schüch­ter­te Geschä­dig­te sei­nen Gewahr­sam an der Kap­pe gelo­ckert hat­te. Zum Bruch die­ses wei­ter­hin bestehen­den Gewahr­sams kam es wie­der­um erst, als der Ange­klag­te die Woh­nung nach der gemein­sa­men Rück­kehr ins Wohn­zim­mer und sei­ner Ver­ab­schie­dung ver­ließ. Eine Äuße­rung oder sons­ti­ge Hand­lung des Ange­klag­ten bei die­sem wei­te­ren Gesche­hen, die eine – even­tu­ell kon­klu­dent auf die vor­aus­ge­hen­de Gewalt­dro­hung Bezug neh­men­de – wei­te­re Dro­hung beinhal­tet haben könn­te, ist eben­so wenig fest­ge­stellt wie eine schon zum Zeit­punkt sei­ner Gewalt­dro­hung bestehen­de Absicht des Ange­klag­ten, auch die Kap­pe des Geschä­dig­ten für sich zu behal­ten. Allein der Umstand, dass die Wir­kun­gen einer Dro­hung, die ohne (umfas­sen­de) Weg­nah­me­ab­sicht aus­ge­spro­chen wur­de, beim Tat­op­fer noch andau­ern und der Täter dies bei der spä­te­ren Weg­nah­me aus­nutzt, genügt für die Annah­me eines Rau­bes nicht 2. Nach den Fest­stel­lun­gen liegt hin­sicht­lich der vom Ange­klag­ten ent­wen­de­ten Kap­pe somit ledig­lich ein Dieb­stahl gemäß § 242 Abs. 1 StGB vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. April 2018 – 5 StR 606/​17

  1. BGH, Urtei­le vom 22.09.1983 – 4 StR 376/​83, BGHSt 32, 88, 92; vom 20.04.1995 – 4 StR 27/​95, BGHSt 41, 123, 124; Beschluss vom 24.02.2009 – 5 StR 39/​09, NStZ 2009, 325[]
  2. vgl. auch BGH, Beschluss vom 18.02.2014 – 5 StR 41/​14, NStZ 2015, 156, 157 mwN[]