Rechts­mit­tel – und die spä­ter bereu­te Rück­nah­me­er­klä­rung

Eine wirk­sa­me Rück­nah­me­er­klä­rung führt zum Ver­lust des Rechts­mit­tels.

Rechts­mit­tel – und die spä­ter bereu­te Rück­nah­me­er­klä­rung

Als Pro­zess­hand­lung kann sie weder wider­ru­fen noch wegen Irr­tums ange­foch­ten wer­den 1.

Damit ist ein ent­spre­chen­der Wie­der­ein­set­zungs­an­trag recht­lich aus­ge­schlos­sen und bereits des­halb unzu­läs­sig 2.

Für die Rück­nah­me eines Rechts­mit­tels durch den Ver­tei­di­ger bedarf es einer beson­de­ren – an kei­ne Form gebun­de­nen 3Ermäch­ti­gung sei­tens des Ange­klag­ten (§ 302 Abs. 2 StPO). Die­se ergibt sich aber vor­lie­gend bereits aus der Erklä­rung der Rechts­an­wäl­tin, das Rechts­mit­tel "in beson­de­rer Voll­macht" zurück­zu­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Sep­tem­ber 2018 – 5 StR 484/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 25.09.1990 – 4 StR 204/​90, BGHR StPO § 302 Abs. 2 Rück­nah­me 2[]
  2. vgl. BGH aaO[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.12 1994 – 2 StR 461/​94, NStZ 1995, 356[]