Regel­bei­spie­le in der Straf­zu­mes­sung – und die Kon­trol­le durch das Revi­si­ons­ge­richt

Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den er in der Haupt­ver­hand­lung von der Tat und der Per­sön­lich­keit des Täters gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und hier­bei gegen­ein­an­der abzu­wä­gen.

Regel­bei­spie­le in der Straf­zu­mes­sung – und die Kon­trol­le durch das Revi­si­ons­ge­richt

Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts in die­se Ein­zel­ak­te der Straf­zu­mes­sung ist in der Regel nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, wenn das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung löst, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein 1.

Wenn der Tatrich­ter nach umfas­sen­der Abwä­gung aller Umstän­de trotz der Indi­zwir­kung des Regel­bei­spiels kei­nen beson­ders schwe­ren Fall ange­nom­men hat, ist dies vom Revi­si­ons­ge­richt hin­zu­neh­men, auch wenn es die Gesamt­wür­di­gung selbst anders vor­ge­nom­men und eine sol­che sogar näher gele­gen hät­te oder über­zeu­gen­der gewe­sen wäre 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 365/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 17.09.1980 – 2 StR 355/​80, BGHSt 29, 319, 320; und vom 07.02.2012 – 1 StR 525/​11, BGHSt 57, 123, 127 jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 24.03.2015 – 5 StR 521/​14, NStZ-RR 2015, 178[]