Regel­bei­spie­le, Straf­zu­mes­sung – und das Dop­pel­ver­wer­tungs­ge­bot

Es ver­stößt gegen das Dop­pel­ver­wer­tungs­ver­bot (§ 46 Abs. 3 StGB) ver­sto­ßen, wenn dem Ange­klag­ten im Rah­men der Straf­zu­mes­sung im enge­ren Sin­ne straf­er­schwe­rend zur Last gelegt wird, dass er ein die Regel­wir­kung aus­lö­sen­des Regel­bei­spiel (hier: das des Ein­bruchs in einen umschlos­se­nen Raum, § 243 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Vari­an­te 1 StGB), ver­wirk­licht hat.

Regel­bei­spie­le, Straf­zu­mes­sung – und das Dop­pel­ver­wer­tungs­ge­bot

Denn die tat­be­stands­ähn­lich umschrie­be­nen Regel­bei­spie­le, die regel­mä­ßig zu einem bestimm­ten ver­schärf­ten Straf­rah­men füh­ren, sind den "Merk­ma­len des gesetz­li­chen Tat­be­stan­des" im Sin­ne des § 46 Abs. 3 StGB gleich­zu­stel­len.

Umstän­de, die bereits ein Regel­bei­spiel begrün­det und den Straf­rah­men fest­ge­legt haben, dür­fen also nicht noch­mals her­an­ge­zo­gen wer­den, um die kon­kret zu ver­hän­gen­de Stra­fe zu bemes­sen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. August 2019 – 1 StR 305/​19

  1. BGH, Beschlüs­se vom 18.10.1982 – 3 StR 353/​82 Rn. 2; und vom 14.06.1993 – 4 StR 302/​93 Rn. 5[]