Revi­si­ons­be­grün­dung – und die ver­fris­te­ten Ver­fah­rens­rügen

Der Antrag auf Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand zur Anbrin­gung von Ver­fah­rens­rügen ist unzu­läs­sig, wenn die Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist (§ 345 Abs. 1 StPO) nicht ver­säumt ist, da das Rechts­mit­tel frist­ge­recht mit der Sach­rü­ge begrün­det wor­den ist 1.

Revi­si­ons­be­grün­dung – und die ver­fris­te­ten Ver­fah­rens­rügen

Dass der Ange­klag­te durch zwei Rechts­an­wäl­te ver­tei­digt wird, von denen einer die Sach­rü­ge frist­ge­recht erho­ben, der ande­re aber die Frist zur Gel­tend­ma­chung von Ver­fah­rens­be­schwer­den ver­säumt hat, ändert hier­an nichts. Denn es han­delt sich bei der Revi­si­on des Ange­klag­ten unab­hän­gig von der Zahl sei­ner Ver­tei­di­ger um ein ein­heit­li­ches Rechts­mit­tel mit einer ein­heit­li­chen Begrün­dungs­frist 2.

Eine beson­de­re Ver­fah­rens­la­ge, bei der aus­nahms­wei­se – ins­be­son­de­re wegen eines Ver­schul­dens der betei­lig­ten Gerich­te oder Behör­den – zur Wah­rung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) eine Wie­der­ein­set­zung uner­läss­lich ist 3, liegt nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Novem­ber 2017 – 3 StR 339/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 06.05.2014 – 3 StR 265/​13 4 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 10.07.2008 – 3 StR 239/​08, BGHR StPO § 44 Ver­fah­rens­rüge 14[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 27.05.2008 – 3 StR 173/​08, NStZ-RR 2008, 282, 283; vom 18.06.2008 – 2 StR 485/​07, NStZ 2008, 705, 706; vom 27.02.2014 – 1 StR 367/​13, Stra­Fo 2014, 333[]