Revi­si­ons­be­grün­dung zu Pro­to­koll des Urkunds­be­am­ten

Wird die Revi­si­on zu Pro­to­koll des Urkunds­be­am­ten der Geschäfts­stel­le begrün­det, muss sich der Urkunds­be­am­te an der Anfer­ti­gung der Begrün­dung gestal­tend betei­li­gen und die Ver­ant­wor­tung für ihren Inhalt über­neh­men 1.

Revi­si­ons­be­grün­dung zu Pro­to­koll des Urkunds­be­am­ten

Dar­an fehlt es, wenn der Rechts­pfle­ger als blo­ße Schreib­kraft des Ange­klag­ten tätig wird; und vom Ange­klag­ten vor­ge­ge­be­ne Rügen unge­prüft über­nimmt 2.

So ver­hält es sich in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall:

Schon der Ein­gang des Pro­to­kolls "Es erscheint Herr R. … und erklärt: Die vom mir am 18.08.2015 ein­ge­leg­te Revi­si­on begrün­de ich wie nach­fol­gend …" belegt, dass der Rechts­pfle­ger ledig­lich eine Erklä­rung des Ange­klag­ten ent­ge­gen­ge­nom­men, an der Rechts­mit­tel­be­grün­dung aber nicht gestal­tend mit­ge­wirkt und für sie nicht die Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat. Dies steht auch auf­grund des wei­te­ren Inhalts des Pro­to­kolls, das zudem vom Ange­klag­ten selbst unter­zeich­net; und vom Rechts­pfle­ger erst nach dem Ver­merk "geschlos­sen" unter­schrie­ben wur­de, außer Fra­ge. Dort wird etwa das Feh­len deut­scher Gerichts­bar­keit gel­tend gemacht, weil der Ange­klag­te "kei­ne straf­recht­lich rele­van­te Hand­lung im Inland, also auf dem Gebiet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, son­dern im Aus­land auf dem Gebiet des Deut­schen Reichs began­gen" habe und er nur des­sen Rechts­ord­nung unter­lie­ge. Auch sei das Urteil wegen "man­gel­haf­ter Per­so­na­li­en­auf­nah­me und fest­stel­lung" auf­zu­he­ben, da das Urteils­ru­brum ihn als deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen bezeich­ne, was falsch sei, weil er – gebo­ren im Jahr 1969 – allein "über die preu­ßi­sche Staat­an­ge­hö­rig­keit kraft Ver­er­bung" ver­fü­ge.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2015 – 4 StR 483/​15

  1. BGH, Beschluss vom 18.12 2012 – 1 StR 593/​12, BGHR StPO § 345 Abs. 2 Begrün­dungs­chrift 8 mwN[]
  2. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 345 Rn. 21; SSW-StPO/­Wid­mai­er/­Mom­sen, § 345 Rn. 38 jeweils mwN[]