Rich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung – und die Urteils­grün­de

Die Mit­tei­lung der tatrich­ter­li­chen Beweis­wür­di­gung in den Urteils­grün­den kann ihrer Natur nach nicht der­art erschöp­fend sein, dass alle denk­ba­ren Gesichts­punk­te dort aus­drück­lich abge­han­delt wer­den. Dies ist von Rechts wegen auch nicht zu ver­lan­gen.

Rich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung – und die Urteils­grün­de

Aus ein­zel­nen Lücken kann daher nicht ohne wei­te­res abge­lei­tet wer­den, der Tatrich­ter habe wesent­li­che Wer­tungs­ge­sichts­punk­te nicht bedacht.

Lücken­haft ist eine Beweis­wür­di­gung dann, wenn sie wesent­li­che Fest­stel­lun­gen nicht erör­tert.

Bei der Prü­fung, ob eine sol­che Lücke vor­liegt, ist es nicht Sache des Revi­si­ons­ge­richts, auf­grund der Sach­rü­ge der Staats­an­walt­schaft Mut­ma­ßun­gen dar­über anzu­stel­len, ob wei­te­re Bewei­se zur Auf­klä­rung der Tat­vor­wür­fe zur Ver­fü­gung gestan­den hät­ten, aber nicht erho­ben, oder zwar erho­ben, aber nicht im Urteil gewür­digt wur­den 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Juni 2016 – 2 StR 539/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 28.10.2010 – 3 StR 317/​10, NStZ-RR 2011, 88 f.; Urteil vom 05.12 2013 – 4 StR 371/​13; Urteil vom 05.11.2015 – 4 StR 183/​15, NStZ-RR 2016, 54, 55[]