Rück­tritt vom Ver­such – und die Fra­ge der Frei­wil­lig­keit

aa)) Der Annah­me von Frei­wil­lig­keit im Sin­ne des § 24 Abs. 1 StGB steht es nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen, dass der Anstoß zum Umden­ken von außen kommt oder die Abstand­nah­me von der Tat erst nach dem Ein­wir­ken eines Drit­ten erfolgt. Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass der Täter die Tat­voll­endung aus selbst­ge­setz­ten Moti­ven nicht mehr errei­chen will und dem­entspre­chend "Herr sei­ner Ent­schlüs­se" geblie­ben ist [1].

Rück­tritt vom Ver­such – und die Fra­ge der Frei­wil­lig­keit

Dar­an gemes­sen blie­ben im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die erst­in­stanz­li­chen Urteils­fest­stel­lun­gen auch zur feh­len­den Frei­wil­lig­keit lücken­haft. Sie las­sen offen, ob der Ange­klag­te, bevor er den Zeu­gen Z. die Tür öff­ne­te, nach sei­nem Vor­stel­lungs­bild noch wei­te­re Aus- füh­rungs­hand­lun­gen ohne Unter­bre­chung des unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­fort­gangs hät­te vor­neh­men kön­nen. Wes­halb das Klop­fen des Zeu­gen Z. einer frei­wil­li­gen Tat­auf­ga­be ent­ge­gen­ste­hen soll, erschließt sich aus den Urteils­grün­den nicht, denn der Ange­klag­te war allein durch ein Klop­fen an der Woh­nungs­tür objek­tiv nicht gehin­dert, die Tat­aus­füh­rung fort­zu­set­zen und wei­ter­hin auf sein Opfer ein­zu­wir­ken. Der Aus­schluss einer mög­li­chen Tat­auf­ga­be aus selbst­ge­setz­ten Moti­ven ist damit nicht belegt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Mai 2018 – 2 StR 141/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 07.03.2018 – 1 StR 83/​18 9; vom 24.10.2017 – 1 StR 393/​17 12; BGH, Beschluss vom 03.04.2014 – 2 StR 643/​13, NStZ-RR 2014, 241 mwN[]