Rüge der Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs im Buß­geld­ver­fah­ren

Wird im Zusam­men­hang mit durch das Gericht ent­ge­gen einem Antrag nicht zur Ver­fü­gung gestell­ten Unter­la­gen die Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs gerügt, muss die Rechts­be­schwer­de sub­stan­ti­iert dar­le­gen, was der Betrof­fe­ne im Fal­le sei­ner Anhö­rung in der Haupt­ver­hand­lung zu sei­ner Ver­tei­di­gung vor­ge­bracht hät­te und wel­che Anstren­gun­gen bis zum Ablauf der Frist zur Erhe­bung der Ver­fah­rens­rüge unter­nom­men wur­den, um die Unter­la­gen zu erhal­ten 1. Im Zusam­men­hang mit einem abge­lehn­ten Beweis­an­trag auf Ein­sicht­nah­me der Bedie­nungs­an­lei­tung gilt dies bei einer sta­tio­nä­ren Mess­stel­le um so mehr, weil dort nicht ohne wei­te­res ange­nom­men wer­den kann, dass nach der Erst­ein­rich­tung und der regel­mä­ßi­gen zu wie­der­ho­len­den Eichung wei­te­re Bedie­nungs­schrit­te not­wen­dig wer­den, die die erziel­ten Mess­ergeb­nis­se ver­fäl­schen könn­ten.

Rüge der Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs im Buß­geld­ver­fah­ren

Die Rüge der Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs (§ 80 Abs. 1 Nr. 2 OWiG), die mit der Ver­fah­rens­rüge gel­tend zu machen ist 2, muss, wenn sie in zuläs­si­ger Wei­se erho­ben wer­den soll, sub­stan­ti­iert dar­le­gen, was der Betrof­fe­ne im Fal­le sei­ner Anhö­rung gel­tend gemacht hät­te 3, weil das Rechts­be­schwer­de­ge­richt nur so in die Lage ver­setzt wird zu prü­fen, ob die ange­foch­te­ne gericht­li­che Ent­schei­dung auf einer Ver­let­zung des Art. 103 Abs. 1 GG beruht und dem Betrof­fe­nen tat­säch­lich recht­li­ches Gehör ver­wehrt wor­den ist.

Dies hat auch für die­se Rüge zur Fol­ge, dass der Betrof­fe­ne sich noch nach Abschluss eines Ver­fah­rens bis zum Ablauf der Rechts­be­schwer­de­be­grün­dungs­frist um ent­spre­chen­de Ein­sicht in die vom ihm begehr­ten Unter­la­gen bemü­hen muss, um auf­grund dann zu gewin­nen­der Erkennt­nis­se kon­kret dar­zu­le­gen, was in der Haupt­ver­hand­lung vor­ge­tra­gen wor­den wäre 4.

uch im vor­lie­gen­den Fall gilt dies umso mehr, als es sich um eine sta­tio­nä­re Mess­stel­le han­delt, bei der nicht ohne wei­te­res ange­nom­men wer­den kann, dass nach der Erst­ein­rich­tung und der regel­mä­ßi­gen zu wie­der­ho­len­den Eichung wei­te­re Bedie­nungs­schrit­te not­wen­dig wer­den, die die erziel­ten Mess­ergeb­nis­se ver­fäl­schen könn­ten,

Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 13. Mai 2013 – 1 Ss (OWiZ) 85/​13

  1. Anschluss an OLG Cel­le, Beschluss vom 28.03.2013 – 311 SsRs 9/​13[]
  2. OLG Köln NZV 1999, 264 [265]; Seitz, a. a. O., Rn. 16i; Sen­ge in KK-OWiG, 3. Aufl., § 80 Rn. 41b und 42[]
  3. OLG Cel­le, Beschluss vom 28.03.2013 – 311 SsRs 9/​13 –, BeckRS 2013, 06415 m. w. Rspr.nachw.; Seitz, a. a. O., Rn. 16c[]
  4. OLG Cel­le a. a. O.[]