Sach­ver­stän­di­gen­ter­mi­ne – und die Ter­mins­ge­bühr des Ver­tei­di­gers

Bei einer Teil­nah­me von Ver­tei­di­gern an Explo­ra­ti­ons- oder Orts­ter­mi­nen gericht­lich bestell­ter Sach­ver­stän­di­ger fällt ana­log Nr. 4102 VV RVG eine Ter­mins­ge­bühr an.

Sach­ver­stän­di­gen­ter­mi­ne – und die Ter­mins­ge­bühr des Ver­tei­di­gers

Das Land­ge­richt Frei­burg hält es im Ein­klang mit der Auf­fas­sung des Land­ge­richts Offen­burg 1 und des Land­ge­richts Braun­schweig 2 für zutref­fend, dass bei einer Teil­nah­me von Ver­tei­di­gern an Explo­ra­ti­ons- oder Orts­ter­mi­nen gericht­lich bestell­ter Sach­ver­stän­di­ger ana­log Nr. 4102 VV RVG eine Ter­mins­ge­bühr anfällt.

Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat sich in sei­ner für die Gegen­an­sicht ange­führ­ten Ent­schei­dung vom 02.11.2009 3 dage­gen mit einer ana­lo­gen Anwen­dung der Nr. 4102 VV RVG schon nicht aus­ein­an­der­ge­setzt. Die ange­führ­te Ent­schei­dung des Land­ge­richt­ge­richts 4 betraf zudem eine ande­re Fall­kon­stel­la­ti­on in Form eines Vor­ge­sprächs über orga­ni­sa­to­ri­sche Fra­gen einer Haupt­ver­hand­lung und den dafür erfor­der­li­chen Umfang – mit­hin kei­nen Ver­neh­mungs- oder Augen­scheins­ter­min.

Dar­aus, dass der Wort­laut der Gebühr Nr. 4102 VV RVG auch nach dem zum 01.08.2013 in Kraft getre­te­nen KostRMoG unver­än­dert geblie­ben ist, folgt im Übri­gen nicht, dass hier­durch eine plan­wid­ri­ge Rege­lungs­lü­cke geschlos­sen wer­den soll­te, zumal dann in der – inso­weit uner­gie­bi­gen – Geset­zes­be­grün­dung 5 ein Hin­weis hier­auf zu erwar­ten gewe­sen wäre.

Land­ge­richt Frei­burg, Beschluss vom 4. Juli 2014 – 3 KLs 28/​12; 3 KLs 250 Js 24324/​12 AK 28/​12

  1. LG Offen­burg, Beschluss vom 31.05.2006, NStZ-RR 2006, 358 ff.[]
  2. LG Braun­schweig, Beschluss vom 06.05.2011, Jur­Bü­ro 2011, 524 ff.[]
  3. vgl. LG Düs­sel­dorf, AGS 2011, 430 f.[]
  4. vgl. KG, Beschluss vom 30.12.2005 – 4 Ws 160/​05[]
  5. BT-Drs. 17/​11471 (neu), S. 282[]