Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung im Täter-Opfer-Aus­gleich – und die Straf­zu­mes­sung bei Ver­mö­gens­de­lik­ten

§ 46a Nr. 1 StGB bezieht sich vor allem auf den Aus­gleich der imma­te­ri­el­len Fol­gen einer Tat; sol­che sind auch bei Ver­mö­gens­de­lik­ten denk­bar 1.

Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung im Täter-Opfer-Aus­gleich – und die Straf­zu­mes­sung bei Ver­mö­gens­de­lik­ten

Die Vor­schrift setzt als "Täter­Op­fer­Aus­gleich" einen kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess zwi­schen Täter und Opfer vor­aus, der auf einen umfas­sen­den Aus­gleich der durch die Straf­tat ver­ur­sach­ten Fol­gen gerich­tet und Aus­druck der "Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung" sein muss 2. Des­we­gen sind regel­mä­ßig Fest­stel­lun­gen dazu erfor­der­lich, wie sich das Opfer zu den Bemü­hun­gen des Täters gestellt hat 3.

Wer­den durch eine Straf­tat meh­re­re Per­so­nen geschä­digt, so muss hin­sicht­lich jedes Geschä­dig­ten zumin­dest eine Vari­an­te des § 46a StGB erfüllt sein 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2019 – 1 StR 591/​18

  1. BGH, Urteil vom 08.08.2012 2 StR 526/​11, BGHR StGB § 46a Nr. 1 Aus­gleich 9 Rn. 17; Beschluss vom 23.07.2001 1 StR 266/​01, wis­tra 2002, 21[]
  2. BGH, Beschluss vom 23.07.2001 1 StR 266/​01; Urteil vom 09.05.2017 1 StR 576/​16, NStZ-RR 2017, 198, 199 mwN; vgl. auch BGH, Beschluss vom 16.03.2007 2 StR 35/​07, StV 2007, 410: Hin­ter­le­gung eines Geld­be­tra­ges beim Ver­tei­di­ger; BGH, Beschlüs­se vom 17.06.1998 1 StR 249/​98, NStZ-RR 1998, 297; und vom 28.04.2015 3 StR 647/​14 2: kein per­sön­li­cher Ver­zicht des Ange­klag­ten erfor­der­lich[]
  3. BGH, Urtei­le vom 24.08.2017 3 StR 233/​17 15; vom 23.12 2015 2 StR 307/​15 21; und vom 09.09.2004 4 StR 199/​04 9[]
  4. BGH, Urtei­le vom 07.02.2018 5 StR 535/​17, NStZ 2018, 276; vom 22.06.2017 4 StR 151/​17, NStZ-RR 2017, 306; und vom 05.03.2014 2 StR 496/​13, BGHR StGB § 46a Nr. 1 Aus­gleich 10 Rn. 14[]