Schlä­ge ins Gesicht – und das Cut­ter-Mes­ser als gefähr­li­ches Werk­zeug

Ein gefähr­li­ches Werk­zeug im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist jeder beweg­li­che Gegen­stand, der nach sei­ner objek­ti­ven Beschaf­fen­heit und der Art sei­ner Benut­zung im kon­kre­ten Ein­zel­fall geeig­net ist, erheb­li­che Kör­per­ver­let­zun­gen her­bei­zu­füh­ren 1.

Schlä­ge ins Gesicht – und das Cut­ter-Mes­ser als gefähr­li­ches Werk­zeug

Im vor­lie­gen­den Fall lie­sen die Urteils­grün­de eine sol­che Eig­nung des vom Ange­klag­ten in der Hand gehal­te­nen Cut­ter-Mes­sers nach des­sen kon­kre­ter Ver­wen­dung nicht erken­nen. Nach den Fest­stel­lun­gen ver­setz­te der Ange­klag­te der geschä­dig­ten Zeu­gin D. zu ver­schie­de­nen Zeit­punk­ten inner­halb eines ein­heit­li­chen Gesche­hens in einem Kraft­fahr­zeug zahl­rei­che Schlä­ge mit der fla­chen Hand oder dem Hand­rü­cken in das Gesicht. Bei einem die­ser Schlä­ge hat er ein ansons­ten als Droh­mit­tel ver­wen­de­tes Cut­ter-Mes­ser in der Hand gehal­ten, so dass es zu einer Ver­let­zung am Augen­lid der Zeu­gin gekom­men ist.

Dem kann ein Ein­satz des Mes­sers als Stich- oder Schnitt­werk­zeug nicht ent­nom­men wer­den, was regel­mä­ßig die erfor­der­li­che Eig­nung begrün­den wür­de. Auch las­sen weder die Fest­stel­lun­gen noch die sons­ti­gen Urteils­grün­de erken­nen, dass der Ange­klag­te das Cut­ter-Mes­ser bei Aus­füh­rung des Schla­ges in der Hand gehal­ten hat, um die Schlag­wir­kung ledig­lich eines ein­zel­nen von ins­ge­samt wenigs­tens 20 Schlä­gen zu ver­stär­ken. Die Ver­let­zungs­fol­ge wird als Krat­zer am rech­ten Augen­lid beschrie­ben. Dar­aus kann daher nicht auf die erfor­der­li­che Eig­nung der kon­kre­ten Ver­let­zungs­hand­lung, erheb­li­che Ver­let­zun­gen her­bei­zu­füh­ren, geschlos­sen wer­den. Den Dar­le­gun­gen des Land­ge­richts zur "Beweis­auf­nah­me" und zur Beweis­wür­di­gung zu die­ser Tat las­sen sich eben­falls kei­ne wei­ter­ge­hen­den Umstän­de ent­neh­men, die die Eig­nung des frag­li­chen kon­kre­ten Schla­ges zur Her­bei­füh­rung erheb­li­cher Ver­let­zun­gen begrün­den könn­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Juni 2018 – 1 StR 171/​18

  1. st. Rspr.; BGH aaO Rn. 17 mwN[]