Schmer­zens­geld – und der zu unbe­stimm­te Adhä­si­ons­an­trag

Ein Adhä­si­ons­an­trag genügt nicht den Zuläs­sig­keits­an­for­de­run­gen gemäß § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO, wenn der Adhä­si­ons­klä­ger nur bean­tragt hat, den Ange­klag­ten zu einer Schmer­zens­geld­zah­lung zu ver­ur­tei­len, ohne den begehr­ten Betrag näher ein­zu­gren­zen.

Schmer­zens­geld – und der zu unbe­stimm­te Adhä­si­ons­an­trag

Ein Adhä­si­ons­an­trag hat inhalt­lich den Anfor­de­run­gen an eine Zivil­kla­ge (§ 253 ZPO) zu genü­gen 1.

Wenn der Umfang der bean­trag­ten Geld­leis­tung im rich­ter­li­chen Ermes­sen steht, muss zwar kein kon­kre­ter Betrag gel­tend gemacht wer­den; das Bestimmt­heits­ge­bot ver­langt aber zumin­dest die Anga­be einer Grö­ßen­ord­nung, um das Gericht und den Geg­ner dar­über zu unter­rich­ten, wel­chen Umfang der Streit­ge­gen­stand haben soll 2.

Eine Zurück­ver­wei­sung der Sache zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung allein wegen ihres zivil­recht­li­chen Teils kommt nicht in Betracht; viel­mehr ist nach § 406 Abs. 3 Satz 3 und 4 StPO inso­weit von einer Ent­schei­dung abzu­se­hen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Juni 2019 – 5 StR 249/​19

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 25.08.2016 – 2 StR 585/​15, BGHR StPO § 404 Abs. 1 Antrag­stel­lung 9; vom 18.07.2018 – 4 StR 170/​18, Stra­Fo 2018, 483 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 25.08.2016 – 2 StR 585/​15, aaO; vom 14.03.2018 – 4 StR 516/​17, NStZ-RR 2018, 223, 224[]
  3. st. Rspr., BGH, Beschlüs­se vom 07.07.2010 – 2 StR 100/​10, NStZ-RR 2010, 344; vom 20.03.2014 – 3 StR 20/​14; vom 18.07.2018 – 4 StR 170/​18, aaO; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 62. Aufl., § 406a Rn. 5 mwN[]