Schü­ße auf ein fah­ren­des Auto

Ein gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr gemäß § 315b Abs. 1 Nr. 3 StGB setzt bei Schüs­sen auf Fahr­zeu­ge im Stra­ßen­ver­kehr vor­aus, dass die kon­kre­te Gefahr für eines der in § 315b Abs. 1 StGB genann­ten Schutz­ob­jek­te jeden­falls auch auf die Wir­kungs­wei­se der für Ver­kehrs­vor­gän­ge typi­schen Fort­be­we­gungs­kräf­te (Dyna­mik des Stra­ßen­ver­kehrs) zurück­zu­füh­ren ist 1.

Schü­ße auf ein fah­ren­des Auto

Dar­an fehlt es, wenn der Scha­den – wie hier – aus­schließ­lich auf der durch die Pis­to­len­schüs­se frei­ge­setz­ten Dyna­mik der auf­tref­fen­den Pro­jek­ti­le beruht 2.

Um inso­weit auch nur zu einer Ver­ur­tei­lung wegen Ver­suchs zu gelan­gen, hät­te der Ange­klag­te in sei­ne Vor­stel­lung auf­neh­men und bil­li­gen müs­sen, dass es infol­ge des Schus­ses zu einem Bei­na­he-Unfall kom­men kann 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. August 2017 – 4 StR 349/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.11.2008 – 4 StR 411/​08, NStZ 2009, 100, 101[]
  2. BGH aaO[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.07.2015 – 4 StR 117/​15, NStZ 2016, 407, 408[]