Sexu­el­ler Miss­brauch von Kin­dern – und ein "Kli­ma sexu­el­ler Über­griff­lich­keit"

Ist das Kli­ma sexu­el­ler Über­grif­fig­keit Fol­ge aller oder eini­ger Taten, so kann die­ses dem Ange­klag­ten nur im Rah­men der Gesamt­stra­fen­bil­dung oder nur in die­sen Fäl­len, für die es fest­ge­stellt wur­de, ange­las­tet wer­den 1.

Sexu­el­ler Miss­brauch von Kin­dern – und ein "Kli­ma sexu­el­ler Über­griff­lich­keit"

Auch dass die Taten sich über einen lan­gen Zeit­raum erstreck­ten, durf­te nicht bei der Zumes­sung der Ein­zel­stra­fen zu Unguns­ten des Ange­klag­ten berück­sich­tigt wer­den. Dass einer ers­ten oder zwei­ten Tat wei­te­re nach­ge­folgt sind, ist regel­mä­ßig für deren Unrechts­ge­halt ohne straf­zu­mes­sungs­re­le­van­te Bedeu­tung.

Dies mag jedoch anders sein, wenn von vorn­her­ein eine Mehr­zahl von Taten geplant ist und dar­in die nach § 46 Abs. 2 StGB berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ge "rechts­feind­li­che Gesin­nung" des Täters zum Aus­druck kommt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. April 2017 – 2 StR 580/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2014 – 2 StR 574/​13, NStZ 2014, 701; Beschluss vom 12.04.2016 – 2 StR 483/​15[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.04.2016 – 2 StR 483/​15, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Tat­um­stän­de 23, mwN; Fischer, StGB, 64. Aufl., § 46 Rn. 34a[]