Sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern – und die gemein­schaft­li­che Tat­be­ge­hung

Da § 176 Abs. 2 StGB die Ver­ur­sa­chung sexu­el­ler Hand­lun­gen von oder an einem Drit­ten durch Ein­wir­ken auf das kind­li­che Opfer straf­recht­lich erfasst, liegt die für eine gemein­schaft­li­che Tat­be­ge­hung erfor­der­li­che glei­che Ziel­rich­tung des täter­schaft­li­chen Han­delns hier dar­in, dass der Täter nach § 176 Abs. 2 StGB durch sei­nen Bestim­mungs­akt gera­de die­je­ni­ge sexu­el­le Hand­lung ermög­licht, die der ande­re im Sin­ne des § 176 Abs. 1 StGB vor­nimmt 1.

Sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern – und die gemein­schaft­li­che Tat­be­ge­hung

Auch die­se Art des Zusam­men­wir­kens gegen­über dem Tat­op­fer weist den im Ver­gleich zu den Grund­tat­be­stän­den gestei­ger­ten Unrechts­ge­halt auf, der für die Qua­li­fi­ka­ti­on kenn­zeich­nend ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2017 – 4 StR 22/​17

  1. BGH, Urteil vom 10.10.2013 – 4 StR 248/​13, BGHSt 59, 28, 33; zum Begriff der sexu­el­len Hand­lung beim Ein­drin­gen in den Kör­per mit Gegen­stän­den vgl. jüngst BGH, Urteil vom 08.12 2016 – 4 StR 389/​16[]
  2. BGH, Urteil vom 10.10.2013 aaO[]