Sexu­el­ler Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen – und die Reform des Sexu­al­straf­rechts

Die Vor­schrift des sexu­el­len Miss­brauchs wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen (§ 179 StGB) wur­de mit Gesetz zur Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung vom 04.11.2016 [1], das am 10.11.2016 in Kraft trat, auf­ge­ho­ben.

Sexu­el­ler Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen – und die Reform des Sexu­al­straf­rechts

Jedoch ist § 179 StGB aF gleich­zei­tig in § 177 StGB ein­ge­fügt wor­den, wodurch das Ver­hal­ten des Ange­klag­ten auch wei­ter­hin unter Stra­fe gestellt ist.

§ 177 StGB nF (sexu­el­ler Über­griff; sexu­el­le Nöti­gung; Ver­ge­wal­ti­gung) stellt im Sin­ne not­wen­di­ger Unrechts­kon­ti­nui­tät eine Nach­fol­ge­re­ge­lung zu § 179 StGB dar; denn sowohl das Schutz­gut als auch die inkri­mi­nier­te Angriffs­rich­tung sind unver­än­dert geblie­ben.

Zuvor began­ge­ne Straf­ta­ten kön­nen daher, da das jetzt gel­ten­de Recht nicht das mil­de­re Gesetz ist (§ 2 Abs. 3 StGB), wei­ter nach § 179 StGB aF straf­recht­lich geahn­det wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. März 2017 – 1 StR 52/​17

  1. BGBl.2016 I, 2460[]