Siche­rungs­ver­wah­rung – und die frü­he­ren Urtei­le

§ 66 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 StGB ver­langt, dass der Täter wegen Straf­ta­ten der in § 66 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB genann­ten Art, die er vor der neu­en Tat began­gen hat, schon zwei­mal jeweils zu einer Frei­heits­stra­fe von min­des­tens einem Jahr ver­ur­teilt wor­den ist.

Siche­rungs­ver­wah­rung – und die frü­he­ren Urtei­le

§ 66 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 StGB erfor­dert, dass die Anlas­s­tat nach Rechts­kraft der zwei­ten Vor­ver­ur­tei­lung began­gen wur­de.

Betref­fend die Vor­ta­ten, die Vor­ver­ur­tei­lun­gen und die Anlas­s­tat muss die Rei­hen­fol­ge „Vor­tat – Vor­ver­ur­tei­lung – Vor­tat – Vor­ver­ur­tei­lung – Anlas­s­tat” ein­ge­hal­ten sein; denn es ist maß­ge­bend, dass der Täter die Warn­funk­ti­on eines jeweils rechts­kräf­ti­gen Straf­ur­teils zwei­mal miss­ach­te­te1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Novem­ber 2016 – 3 StR 381/​16

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 26.05.2011 – 4 StR 650/​10, NStZ 2011, 574, 575 zu § 66 Abs. 1 Nr. 1 StGB aF mwN