Sicherungsverwahrung – und die Suchterkrankung

Das Merkmal des Hanges im Sinne von § 66 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 1 Nr. 4 StGB verlangt einen eingeschliffenen inneren Zustand des Täters, der ihn immer wieder neue Straftaten begehen lässt.

Sicherungsverwahrung – und die Suchterkrankung

Hangtäter ist danach derjenige, der dauerhaft zu Straftaten entschlossen ist oder aufgrund einer fest eingewurzelten Neigung immer wieder straffällig wird, wenn sich die Gelegenheit bietet, ebenso wie derjenige, der willensschwach ist und aus innerer Haltlosigkeit Tatanreizen nicht zu widerstehen vermag.

Der Hang als “eingeschliffenes Verhaltensmuster” bezeichnet einen aufgrund umfassender Vergangenheitsbetrachtung festgestellten gegenwärtigen Zustand1.

Für die Annahme des Hanges ist es unerheblich, auf welcher Ursache das eingeschliffene Verhaltensmuster beruht2. Die Annahme eines Hanges kommt danach grundsätzlich auch dann in Betracht, wenn die Ursache für die Begehung der Straftaten in einer Suchterkrankung liegt.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 20. September 2017 – 2 StR 36/17

  1. vgl. BGH NStZ-RR 2011, 204 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 08.07.2010 – 4 StR 210/10 []