Siche­rungs­ver­wah­rung – und die Urteils­grün­de

Ord­net das Tat­ge­richt eine in sein Ermes­sen gestell­te Unter­brin­gung in der Siche­rungs­ver­wah­rung an, muss aus den Urteils­grün­den deut­lich wer­den, dass es sich sei­ner Ent­schei­dungs­be­fug­nis bewusst war und wel­che Grün­de für sei­ne Ermes­sens­aus­übung lei­tend waren1.

Siche­rungs­ver­wah­rung – und die Urteils­grün­de

Hier­an fehlt es, wenn die Urteils­grün­de sich ledig­lich zu den Vor­aus­set­zun­gen der Maß­re­gel sowie zur Fra­ge der Unter­brin­gung des Ange­klag­ten in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus oder einer Ent­zie­hungs­an­stalt ver­hal­ten, dem­ge­gen­über aber ins­be­son­de­re Erwä­gun­gen dazu feh­len, ob die Anord­nung der Siche­rungs­ver­wah­rung ange­sichts der ver­häng­ten lang­jäh­ri­gen Frei­heits­stra­fe uner­läss­lich ist2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Juli 2015 – 3 StR 170/​15

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 04.10.2012 – 3 StR 207/​12, mwN
  2. vgl. BGH, Urteil vom 28.05.1998 – 4 StR 17/​98, BGHR StGB § 66 Abs. 2 Ermes­sens­ent­schei­dung 6