Stän­di­ger BTM-Han­del – und die ein­mal mit­ge­führ­te Schuss­waf­fe

In Fäl­len, in denen sich die Tat des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge aus meh­re­ren Ein­zel­ak­ten zusam­men­setzt, reicht es für die Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stands des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG aus, wenn die Schuss­waf­fe oder der zur Ver­let­zung von Per­so­nen geeig­ne­te und bestimm­te Gegen­stand nur bei einem Teil­akt der Tat mit sich geführt wird 1.

Stän­di­ger BTM-Han­del – und die ein­mal mit­ge­führ­te Schuss­waf­fe

Für eine Straf­bar­keit nach § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG ist nicht erfor­der­lich ist, dass sich der Teil­akt des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge, bei dem der Täter die qua­li­fi­zie­ren­den Umstän­de ver­wirk­licht, selbst unmit­tel­bar auf eine nicht gerin­ge Men­ge an Betäu­bungs­mit­teln bezieht.

Auch der Umgang mit einer gerin­gen Men­ge von Betäu­bungs­mit­teln unter Mit­sich­füh­ren einer Schuss­waf­fe oder eines sons­ti­gen zur Ver­let­zung von Per­so­nen geeig­ne­ten und bestimm­ten Gegen­stan­des reicht, sofern es sich um den Teil­akt eines Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge han­delt, zur Tat­be­stands­er­fül­lung aus 2.

Hat das Gericht die Taten als tat­mehr­heit­lich began­gen erach­tet, sie aber wegen der Annah­me von Bewer­tungs­ein­hei­ten kon­kur­renz­recht­lich anders gewer­tet, ist für einen Teil­frei­spruch kein Raum 3. Der Teil­frei­spruch muss aus Grün­den der Klar­stel­lung ent­fal­len, da ein Ange­klag­ter wegen des­sel­ben Tat­ge­sche­hens nicht zugleich ver­ur­teilt und frei­ge­spro­chen wer­den darf 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Mai 2019 – 4 StR 203/​19

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 28.02.1997 – 2 StR 556/​96, BGHSt 43, 8, 10; vom 12.01.2017 – 1 StR 394/​16, NStZ 2017, 714, 715[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 18.05.2016 – 2 StR 406/​15, NStZ 2017, 298[]
  3. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 24.09.1998 – 4 StR 272/​98, BGHSt 44, 196, 202; Beschluss vom 20.09.2012 – 3 StR 220/​12, NStZ-RR 2013, 6, 7[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 12.10.2017 – 4 StR 302/​17 3 mwN[]