Schwei­gen bei Aus­lands­kon­to

Was geschieht eigent­lich in den Fäl­len, in denen bei Aus­lands­kon­ten der Steu­er­pflich­ti­ge gegen­über dem Finanz­amt beharr­lich kei­ne Anga­ben macht. Die Finanz­äm­ter machen es sich hier im Regel­fall ein­fach, beru­fen sich auf die wegen des Aus­lands­sach­ver­halts erwei­ter­te Mit­wir­kungs­pflicht des Steu­er­pflich­ti­gen und schät­zen dann mun­ter die Zins­ein­künf­te.
Ganz so ein­fach geht es jedoch nicht, wie jetzt selbst der Bun­des­fi­nanz­hof fest­stell­te:

Schwei­gen bei Aus­lands­kon­to

Die sub­jek­ti­ven und objek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen einer Steu­er­hin­ter­zie­hung gemäß §§ 169 Abs. 2 Satz 2, 370 AO 1977 sind dem Grun­de nach auch bei der Ver­let­zung von Mit­wir­kungs­pflich­ten immer mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit fest­zu­stel­len. Dies gilt auch für die Ver­let­zung sog. erwei­ter­ter Mit­wir­kungs­pflich­ten bei inter­na­tio­na­len Steu­er­pflich­ten nach § 90 Abs. 2 AO 1977.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Novem­ber 2006 – VIII R 81/​04