Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung – durch Anfer­ti­gung der Steu­er­erklä­rung

Als Hil­fe­leis­tung im Sin­ne des § 27 StGB ist grund­sätz­lich jede Hand­lung anzu­se­hen, wel­che die Her­bei­füh­rung des Tat­er­fol­ges des Haupt­tä­ters objek­tiv för­dert, ohne dass sie für den Erfolg selbst ursäch­lich sein muss.

Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung – durch Anfer­ti­gung der Steu­er­erklä­rung

Gehil­fen­vor­satz liegt vor, wenn der Gehil­fe die Haupt­tat in ihren wesent­li­chen Merk­ma­len kennt und in dem Bewusst­sein han­delt, durch sein Ver­hal­ten das Vor­ha­ben des Haupt­tä­ters zu för­dern; Ein­zel­hei­ten der Haupt­tat braucht er nicht zu ken­nen 1.

Ent­schei­dend ist, dass der Gehil­fe die Dimen­si­on der Tat erfas­sen kann 2. Ob der Gehil­fe den Erfolg der Haupt­tat wünscht oder ihn lie­ber ver­mei­den wür­de, ist dage­gen nicht maß­geb­lich. Es genügt, dass die Hil­fe an sich geeig­net ist, die frem­de Haupt­tat zu för­dern oder zu erleich­tern, und der Hil­fe­leis­ten­de dies weiß 3.

Aus­ge­hend von die­sen Maß­stä­ben wird durch die Abfas­sung der Ein­kom­men­steu­er­erklä­run­gen für den Steu­er­hin­ter­zie­her unter bewusst wahr­heits­wid­ri­ger Erklä­rung zu gerin­ger Ein­nah­men zur Steu­er­hin­ter­zie­hung Hil­fe geleis­tet (§ 27 StGB).

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Okto­ber 2015 – 1 StR 465/​14

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 22.07.2015 – 1 StR 447/​14, wis­tra 2016, 31; und vom 01.08.2000 – 5 StR 624/​99, BGHR StGB § 27 Abs. 1 Hil­fe­leis­ten 21 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 13.01.2015 – 1 StR 454/​14, NStZ-RR 2015, 75[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 01.08.2000 – 5 StR 624/​99, BGHR StGB § 27 Abs. 1 Hil­fe­leis­ten 21[]