Beson­ders schwe­re Steu­er­hin­ter­zie­hung – in Alt­fäl­len

Soweit die Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen vor dem 1.01.2008 began­gen wur­den, fin­det § 370 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 AO in der bis zum 31.12 2007 gel­ten­den Fas­sung Anwen­dung. Das Regel­bei­spiel ist in die­sem Fall nur dann erfüllt, wenn der Täter zudem aus gro­bem Eigen­nutz gehan­delt hat.

Beson­ders schwe­re Steu­er­hin­ter­zie­hung – in Alt­fäl­len

Gro­ber Eigen­nutz ist anzu­neh­men, wenn der Täter sein Ver­hal­ten von dem Stre­ben nach Vor­teil in beson­ders anstö­ßi­gem Maße hat lei­ten las­sen.

Dabei muss das Gewinn­stre­ben des Täters das bei jedem Steu­er­straf­tä­ter vor­han­de­ne Gewinn­stre­ben deut­lich über­stei­gen 1.

Erfor­der­lich ist eine vom Tat­ge­richt vor­zu­neh­men­de Gesamt­be­trach­tung sämt­li­cher Tat­um­stän­de, nament­lich der vom Täter gezo­ge­nen Vor­tei­le, der Art, Häu­fig­keit und Inten­si­tät der Tat­be­ge­hung und des Ver­wen­dungs­zwecks der erlang­ten Vor­tei­le.

Die­se Umstän­de müs­sen im Zusam­men­hang gese­hen und dar­auf­hin über­prüft wer­den, ob sie den Schluss auf gro­ben Eigen­nutz des Täters recht­fer­ti­gen 2.

Der Ver­weis dar­auf, dass dem Ange­klag­ten die hin­ter­zo­ge­nen Beträ­ge zu Gute gekom­men sind, genügt dem nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. August 2017 – 1 StR 519/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 30.06.2016 – 1 StR 99/​16, NStZ 2017, 100 mwN[]
  2. BGH aaO; Klein/​Jäger, AO, 13. Aufl., § 370 Rn. 283[]