Betei­li­gung an einer Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Vor­steu­er­ab­zug

Nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG kann ein Unter­neh­mer die gesetz­lich geschul­de­te Steu­er für Lie­fe­run­gen und sons­ti­ge Leis­tun­gen abzie­hen, die von einem ande­ren Unter­neh­mer für sein Unter­neh­men aus­ge­führt wor­den sind. Die Aus­übung des Vor­steu­er­ab­zugs setzt dabei vor­aus, dass der Unter­neh­mer eine Rech­nung bzw. Gut­schrift i.S.v. §§ 14, 14a UStG besitzt.

Betei­li­gung an einer Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Vor­steu­er­ab­zug

Der Vor­steu­er­ab­zug ist nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on jedoch dann zu ver­sa­gen, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge – im uni­ons­recht­li­chen Sin­ne – selbst eine Steu­er­hin­ter­zie­hung begeht oder wenn er wuss­te oder hät­te wis­sen müs­sen, dass er sich mit sei­nem Erwerb an einem Umsatz betei­ligt, der in eine Mehr­wert­steu­er­hin­ter­zie­hung ein­be­zo­gen ist und er des­we­gen als an die­ser Hin­ter­zie­hung Betei­lig­ter anzu­se­hen ist 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – 1 StR 447/​14

  1. vgl. EuGH, Urtei­le vom 06.07.2006 – Rechts­sa­che C439/​04 u.a., Slg. 2006, I6161; und vom 18.12 2014 – Rechts­sa­che C131/​13, Ital­mo­da, DStR 2015, 573; BGH, Beschlüs­se vom 19.11.2014 – 1 StR 219/​14, wis­tra 2015, 147; und vom 22.07.2015 – 1 StR 447/​14, NStZ 2016, 39; jeweils mwN[]