Der nicht unter­neh­me­risch täti­ge Mit­tels­mann – und der Vor­steu­er­ab­zug

Fehlt es dem „Leis­tungs­emp­fän­ger“ sowohl an unter­neh­me­ri­scher Ent­schei­dungs­frei­heit wie auch an einem unter­neh­me­ri­schen Absatz­ri­si­ko für die bestell­te Ware, ehlt es bereits an Leis­tun­gen eines Unter­neh­mers im Sin­ne von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG [1].

Der nicht unter­neh­me­risch täti­ge Mit­tels­mann – und der Vor­steu­er­ab­zug

Damit fehlt es auch an Rech­nun­gen im Sin­ne von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2, §§ 14, 14a UStG, die einen Vor­steu­er­ab­zug erlaubt hät­ten.

Sol­chen zum Zwe­cke der Gene­rie­rung for­mell ord­nungs­ge­mä­ßer Rech­nun­gen mit Umsatz­steu­er­aus­weis zwi­schen­ge­schal­te­ten inlän­di­schen Per­so­nen kommt weder bei der Aus­wahl der Lie­fe­ran­ten, also beim Ein­kauf, ein unter­neh­me­ri­scher Ent­schei­dungs­spiel­raum zu noch traf die­se ein Absatz­ri­si­ko.

Die von Ihnen bei den Finanz­be­hör­den abge­ge­be­nen Umsatz­steu­er­an­mel­dun­gen, in denen ein ent­spre­chen­der Vor­steu­er­ab­zug vor­ge­nom­men wur­de, waren damit unrich­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. März 2020 – 1 StR 45/​20

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.05.2003 – 5 StR 520/​02 Rn. 11 ff. mwN; Beschluss vom 08.02.2011 – 1 StR 24/​10 Rn.19 ff. mwN; Jäger in Klein, AO, 14. Aufl., § 370 Rn. 385[]