Der Vor­satz bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gehört zum Vor­satz der Steu­er­hin­ter­zie­hung, dass der Täter den Steu­er­an­spruch dem Grun­de und der Höhe nach kennt oder zumin­dest für mög­lich hält und ihn auch ver­kür­zen will bzw. des­sen Ver­kür­zung bil­li­gend in Kauf nimmt; beding­ter Vor­satz genügt.

Der Vor­satz bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung

Nimmt der Steu­er­pflich­ti­ge irr­tüm­lich an, dass ein Steu­er­an­spruch nicht ent­stan­den ist, liegt nach die­ser Recht­spre­chung ein Tat­um­standsirr­tum vor, der den Vor­satz aus­schließt (§ 16 Abs. 1 Satz 1 StGB) [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. April 2020 – 1 StR 5/​20

  1. BGH, Urtei­le vom 24.07.2018 – 1 StR 331/​17 Rn. 14; vom 10.01.2019 – 1 StR 347/​18 Rn.20 ff., BGHR AO § 370 Abs. 1 Vor­satz 8; vom 08.09.2011 – 1 StR 38/​11 Rn. 21 ff., BGHR StGB § 16 Abs. 1 Umstand 5; und vom 10.07.2019 – 1 StR 265/​18 Rn. 30[]