Die beson­ders sorg­fäl­tig ver­schlei­er­ten Schwarz­lie­fe­run­gen

In der Recht­spre­chung ist zwar aner­kannt, dass die sorg­fäl­tig geplan­te Ver­mei­dung von Tat­spu­ren oder deren Besei­ti­gung vor der Tat als die Tat prä­gen­de Umstän­de straf­schär­fend her­an­ge­zo­gen wer­den dür­fen [1].

Die beson­ders sorg­fäl­tig ver­schlei­er­ten Schwarz­lie­fe­run­gen

Dem Täter darf aber nicht straf­er­schwe­rend zur Last gelegt wer­den, er habe den Ermitt­lungs­be­hör­den sei­ne Über­füh­rung nicht erleich­tert, indem er kei­ne auf ihn hin­deu­ten­den Hin­wei­se geschaf­fen oder sol­che hin­ter­las­sen habe.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Nach den Urteils­fest­stel­lun­gen dien­ten die Auf­zeich­nun­gen im Kalen­der­buch der inter­nen Erfas­sung und spä­te­ren antei­li­gen Auf­tei­lung der „schwarz“ ver­ein­nahm­ten Kun­den­gel­der. Es war von Anfang an von den Ange­klag­ten nicht vor­ge­se­hen, die­se Auf­zeich­nung der Ein­nah­men buch­hal­te­risch zu erfas­sen, so dass der Umstand, dass die­se Auf­zeich­nun­gen nach Auf­tei­lung der Gel­der ver­nich­tet wor­den sind, nicht straf­schär­fend hät­te berück­sich­tigt wer­den dür­fen.

Das Land­ge­richt hät­te zwar straf­er­schwe­rend auf die Ver­let­zung von Buch­füh­rungs- und Auf­be­wah­rungs­pflich­ten hin­sicht­lich geschäft­li­cher Unter­la­gen abstel­len kön­nen [2]. Die Ver­let­zung die­ser Pflich­ten stellt jedoch einen ande­ren Straf­zu­mes­sungs­ge­sichts­punkt als die Erschwe­rung der Auf­klär­bar­keit des Sach­ver­halts dar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Mai 2017 – 1 StR 418/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 19.05.2015 – 1 StR 200/​15, NStZ-RR 2015, 239 mwN[]
  2. vgl. u.a. § 379 Abs. 1 Nr. 3 AO sowie BGH, Beschlüs­se vom 10.11.2009 – 1 StR 283/​09, NStZ 2010, 635, 637; und vom 28.07.2010 – 1 StR 643/​09, NStZ 2011, 233, 235[]