Die "Lebens­leis­tung" des Ange­klag­ten als Straf­mil­de­rungs­grund

Für den Bun­des­ge­richts­hof begeg­net die Berück­sich­ti­gung der "Lebens­leis­tung" des Ange­klag­ten als straf­mil­dern­de Erwä­gung recht­li­chen Beden­ken.

Die "Lebens­leis­tung" des Ange­klag­ten als Straf­mil­de­rungs­grund

Der Begriff "Lebens­leis­tung" ist eine aus­fül­lungs­be­dürf­ti­ge "Leer­for­mel" und wird sich schwer defi­nie­ren las­sen 1.

Nach § 46 Abs. 1 Satz 1 StGB ist vor­ran­gig die Schuld des Täters die Grund­la­ge für die Stra­fe und nicht des­sen Lebens­füh­rung oder Lebens­leis­tung. Die beruf­li­chen Erfol­ge des Ange­klag­ten und der damit ver­bun­de­ne Ver­mö­gens­zu­wachs lie­ßen etwa vom Ange­klag­ten began­ge­ne Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen von meh­re­ren Mil­lio­nen Euro jeden­falls nicht ohne wei­te­res in einem güns­ti­ge­ren Licht erschei­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Janu­ar 2019 – 1 StR 347/​18

  1. "ohne Defi­ni­ti­on": BGH, Urteil vom 02.12 2008 – 1 StR 416/​08, BGHSt 53, 71 Rn. 45[]