Die nicht unter­schrie­be­ne Steu­er­erklä­rung – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Eine Straf­bar­keit wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung durch Ein­rei­chen einer fal­schen Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung ist nicht bereits des­halb aus­ge­schlos­sen, weil die ein­ge­reich­te Erklä­rung kei­ne Unter­schrift trägt.

Die nicht unter­schrie­be­ne Steu­er­erklä­rung – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Zwar ist eine Steu­er­erklä­rung, wel­che die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Unter­schrift nicht ent­hält, unwirk­sam. Der Man­gel der feh­len­den Unter­schrift ist aber dann steu­er­recht­lich unbe­acht­lich, wenn auf eine sol­che Steu­er­erklä­rung ein wirk­sa­mer Bescheid ergeht.

Das­sel­be gilt, wenn – wie hier – eine zu einer Steu­er­ver­gü­tung füh­ren­de Steu­er­an­mel­dung durch Zustim­mung des Finanz­amts nach § 168 Satz 2 AO einer Steu­er­fest­set­zung unter Vor­be­halt der Nach­prü­fung gleich­steht 1.

Für die Annah­me einer Tat­hand­lung ist es aus­rei­chend, wenn auf­grund einer Gesamt­wür­di­gung der fest­ge­stell­ten Umstän­de fest­steht, dass die fal­schen Anga­ben in der abge­ge­be­nen Steu­er­erklä­rung durch den Ange­klag­ten ver­an­lasst wur­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Janu­ar 2015 – 1 StR 93/​14

  1. vgl. BFH, Urteil vom 28.02.2002 – V R 42/​01, BSt­Bl. – II 2002, 642; BGH, Urteil vom 27.09.2002 – 5 StR 97/​02, NStZ-RR 2003, 20[]