Schein­ge­schäf­te – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Ein Schein­ge­schäft liegt vor, wenn die Par­tei­en ein­ver­ständ­lich nur den äuße­ren Schein des Abschlus­ses eines Rechts­ge­schäfts her­vor­ru­fen, aber die mit dem betref­fen­den Rechts­ge­schäft ver­bun­de­nen Rechts­wir­kun­gen nicht ein­tre­ten las­sen wol­len 1.

Schein­ge­schäf­te – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Ent­schei­dend ist dabei, ob die Betei­lig­ten zur Errei­chung des ange­streb­ten Erfol­ges ein Schein­ge­schäft für genü­gend oder ein ernst gemein­tes Rechts­ge­schäft für erfor­der­lich erach­tet haben.

Im vor­lie­gen­den; vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall woll­te der Ange­klag­te gera­de die Rechts­wir­kun­gen der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung her­bei­füh­ren, in der Absicht dadurch Steu­ern zu spa­ren. Dass er es in der Fol­ge "aus Bequem­lich­keit unter­ließ", den Ver­trag "mit Leben zu fül­len", ändert dar­an nichts, dass der Ange­klag­te beim Abschluss der Ver­ein­ba­rung die­se ernst­haft umset­zen woll­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 365/​16

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 24.01.1980 – – III ZR 169/​78, NJW 1980, 1572, 1573 mwN; und vom 16.06.2016 – 1 StR 20/​16, NJW 2016, 3543 f.; OLG Olden­burg, Urteil vom 23.02.2000 – 2 U 284/​99, MDR 2000, 877; Ellen­ber­ger in Palandt, BGB, 76. Aufl., § 117 Rn. 3 mit wei­te­ren Nach­wei­sen aus der Rspr.; zum Schein­ge­schäft im Sin­ne des § 41 Abs. 2 AO vgl. auch BGH, Beschluss vom 20.03.2002 – 5 StR 448/​01, BGHR AO § 41 Abs. 2 Schein­hand­lung 3[]