Steu­er­hin­ter­zie­hung – bei der Abga­be meh­re­rer Steu­er­erklä­run­gen

Bei meh­re­ren Steu­er­erklä­run­gen über meh­re­re Steu­er­ar­ten und unter­schied­li­che Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me ist grund­sätz­lich von Tat­mehr­heit aus­zu­ge­hen.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – bei der Abga­be meh­re­rer Steu­er­erklä­run­gen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 ist eine für die Begrün­dung von Tat­ein­heit erfor­der­li­che Tei­li­den­ti­tät der Aus­füh­rungs­hand­lun­gen bei Abga­ben meh­re­rer Steu­er­erklä­run­gen für ver­schie­de­ne Steu­er­ar­ten und ver­schie­de­ne Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me durch einen äuße­ren Akt, etwa des Ver­sen­dens per Post in einem Brief, hin­sicht­lich der Steu­er­hin­ter­zie­hung gemäß § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO grund­sätz­lich nicht gege­ben.

Regel­mä­ßig bezie­hen sich die steu­er­lich erheb­li­chen Tat­sa­chen allein auf einen bestimm­ten Ver­an­la­gungs­zeit­raum und auf eine Steu­er­art, soweit nicht – wie etwa beim Soli­da­ri­täts­zu­schlag bezüg­lich der Ein­kom­menund Kör­per­schaft­steu­er – eine Erklä­rung und Fest­set­zung zusam­men mit den vor­ge­nann­ten Haupt­steu­ern erfolgt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Juli 2019 – 1 StR 44/​19

  1. BGH, Beschluss vom 22.01.2018 – 1 StR 535/​17 Rn. 22 f, DStR 2018, 2380, 2382[]