Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die not­wen­di­gen Fest­stel­lun­gen des Straf­rich­ters

Bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung müs­sen die steu­er­lich erheb­li­chen Tat­sa­chen fest­ge­stellt sein.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die not­wen­di­gen Fest­stel­lun­gen des Straf­rich­ters

Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re die­je­ni­gen Para­me­ter, die maß­geb­li­che Grund­la­ge für die Steu­er­be­rech­nung sind (Besteue­rungs­grund­la­gen) 1.

Die auf den fest­ge­stell­ten Besteue­rungs­grund­la­gen auf­bau­en­de Steu­er­be­rech­nung ist Rechts­an­wen­dung und Auf­ga­be des Tat­ge­richts 2.

Ist dem Revi­si­ons­ge­richt die sach­lich­recht­li­che Über­prü­fung auf­grund unzu­rei­chen­der Fest­stel­lung der Berech­nungs­grund­la­gen nicht zuver­läs­sig mög­lich, so beruht das Urteil grund­sätz­lich auf einer Ver­let­zung des Geset­zes (§ 337 StPO; BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08 aaO 2548, Rn. 23 zu Besteue­rungs­grund­la­gen).

Aus­nahms­wei­se kann trotz unzu­rei­chen­der Dar­stel­lung ein Beru­hen dann aus­ge­schlos­sen wer­den, wenn sich die Dar­stel­lungs­män­gel allein auf die Über­prüf­bar­keit der Höhe der hin­ter­zo­ge­nen Steu­ern oder Sozi­al­ab­ga­ben – mit­hin die Über­prüf­bar­keit des Schuld­um­fangs – durch das Revi­si­ons­ge­richt bezie­hen und auf der Grund­la­ge der getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen sicher aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass die Berech­nung den Ange­klag­ten in Bezug auf den Schuld­um­fang beschwert 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Juli 2018 – 1 StR 111/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08, NJW 2009, 2546, 2547, Rn. 13[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08 aaO, Rn.20 mwN[]
  3. BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08 aaO, Rn. 24 zur Steu­er­be­rech­nung[]